Unser Vater II

Jesus fordert seine Kirche Kirche auf, zu beten:

„Unser Vater im Himmel,geheiligt werde dein Name.“

Doch was bedeutet „geheiligt werde dein Name“?

In den meisten Fällen bedeutet heiligen, etwas absondern. Personen oder Dinge sollten für Gott geheiligt, also abgesondert werden. Sie sollten für seinen Dienst bereit stehen. Am besten verstehen wir das wahrscheinlich, wenn wir den Tempel betrachten. Die Priester und die Geräte im Tempel wurden für den Dienst geheiligt.

Doch Gott ist heilig. Wir können ihn also nicht absondern. Wenn wir aber beten

„geheiligt werde dein Name“

beten wir vor allem, dass Gott die Ehre erhält, die Ihm zusteht. Das tun wir am Besten in drei Bereichen.

Als erstes sollten wir beten, dass wir Gottes Heiligkeit erkennen. Wir sollten beten, dass Er sich uns offenbart. Das Westminster Bekenntnis sagt uns im ersten Kapitel, dass sich Gott in seine Schöpfung und in seinem Wort offenbart.

Wir sollten also beten, dass Gott sich uns in seinen Werken zeigt. Betet dafür, dass Gott in seinem Handeln sich uns offenbart, als der ewige, heilige Gott. Wir sollten auch beten, dass Gott uns durch Seinen Geist das Wort öffnet. Wir müssen seine Wahrheit aus seinem Wort erkennen.

Als zweites sollten wir beten, dass wir heilig leben. Gott fordert uns auf heilig zu sein, den Er ist heilig. Wenn wir Gott verherrlichen wollen und seinen Namen heiligen wollen, dann sollten wir heilig leben.  Dafür sollten wir Gott bitten. Wir sollten Ihn bitten, dass er uns durch Seinen Geist befähigt, das Wort in unserem Leben umzusetzen.

Als drittes sollten wir beten, dass die ganze Welt Gott erkennet. Wir lesen im Wort Gottes immer wieder, dass die ganze Erde aufgefordert wird Gott zu loben. Wir sollten beten, dass Gott sich offenbart in seine Herrlichkeit.

Wieso ist das passiert?

Am 24.März 2015 stürzte ein Flugzeug der Airline GermanWings in den französischen Alpen ab. 150 Menschen kamen ums Leben. Bis jetzt kann man noch nichts mit Sicherheit sagen, aber scheint, als hätte der Copilot das Flugzeug absichtlich gegen den Berg gesteuert.

Bei solchen Tragödien kommt eine Frage immer wieder hoch; die Frage nach dem warum. Warum ist das passiert? Wie kann das geschehen? Die Frage, die wir auch als Christen nicht von uns weisen können lautet letzten Endes: Warum lässt Gott so etwas zu? Unsere Freunde und Bekannten stellen vielleicht die Frage, wie denn ein liebender Gott solch ein Desaster zulassen kann. Obwohl ich, trotz dieser Unglücks nicht an der Liebe Gott und seiner Güte zweifle, bestürzt mich dieses Geschehen trotzdem.

Ist Gott wirklich schuld?

Als Reformierte, bekennen wir, dass nichts auf dieser Welt ohne Gottes Wissen oder Willen geschieht. Gott entgeht nichts und er hat alles vor Grundlegung der Welt vorherbestimmt, entsprechend seines Willens (Epheser 1,11). Das scheint die Antwort für uns noch schwieriger zu machen. Man könnte behaupten, Gott wäre deshalb ein grausamer Gott, der je nachdem, wie es ihm gefällt, es manchen Menschen gut gehen lässt und dann im nächsten Moment hunderte von Menschen in den Tod schickt.

Doch das wäre kurz gegriffen. Die Bibel zeigt uns immer wieder, dass Gott seine Schöpfung und seine Geschöpfe liebt. Wir lesen immer wieder, dass Gott sich nicht am Tod, sondern am Leben freut. Jesus vergießt Tränen vor dem Grab Lazarus.

Obwohl Gott alles angeordnet hat, was geschieht, ist er nicht der, den wir beschuldigen können. Im Westminster Bekenntnis bekennen wir, dass Gott dem Willen der Geschöpfe keine Gewalt antut (WB3.1; Apg 2,23). Der Mensch entscheidet sich immer noch. Er trifft Entscheidungen entsprechend seines Willens.

Was ist dann das Problem?

Wenn wir Gott den schwarzen Peter nicht zuschieben können, müssen wir uns fragen, wer denn dann schuld ist. Oder anders gefragt: Was ist dann das Problem? Die einfache Lösung Gott anzuklagen, funktioniert offensichtlich nicht.

Die Antwort begegnet uns auf fast jeder Seite der Bibel. Die Ursache des Problems ist nicht Gott, sondern der Mensch. Das Problem nicht der Schöpfer, sondern die Geschöpfe. Als Jesus, in Johannes 8, mit den Pharisäern diskutiert, macht er eine für uns schockierende Aussage. Er sagt, jeder der sündigt ist ein Knecht der Sünde (Johannes 8,34). Christus führt uns die Realität vor Augen, dass wir Sklaven der Sünde sind. Wir tun, was uns unser Meister sagt.

Obwohl der Mensch seinen Willen hat, tut er nicht unbedingt immer das rational Richtige, das in der Situation Beste, geschweige denn das Gute. Unsere Sündhaftigkeit verleitet uns oft, das Falsche, die Sünde zu tun.

Wir glauben nicht, dass jeder Mensch nur Schlechtes tut, aber wir alle sündigen. Wir alle neigen dazu, das Falsche zu tun. Manche unter uns sind disziplinierter und können ihre Sünde zurückhalten. Als Christen glauben wir auch, dass der Geist mit dem bzw. durch das Wort Gottes uns hilft, weniger zu sündigen. Dennoch bleibt die Wahrheit bestehen. Wir sündigen, weil uns die Sünde dazu treibt.

Das Problem ist also nicht Gott. Wir können ihn für solche Katastrophen, wie in Südfrankreich nicht verantwortlich machen. Ganz im Gegenteil. Nachdem Gott die Schöpfung vollendet hatte, war alles sehr gut, selbst der Mensch. Erst durch den Sündenfall ist der Wille des Menschen unter die Knechtschaft der Sünde gekommen. Das Problem ist also der sündhafte Mensch.

Was ist unsere Reaktion?

Wir können das alles intellektuell verstehen und es gibt uns viel Trost. Doch wie sollte unsere Reaktion auf die Katastrophe aussehen? Sollen wir jetzt mit dem erhobenen Zeigefinger jedem das Gericht und die Hölle predigen, da doch alle Sünder sind? Sollen wir einfach drüber wegwischen, weil es ja schließlich Gottes Wille war? Sollen wir jetzt anfangen, dem Copiloten, obwohl der auch gestorben ist, alle Schuld in die Schuhe schieben?

Die Antwort auf all diese Fragen lautet NEIN. Wir glauben an einen souveränen Gott. Trotzdem können wir Tragödien wie diese nicht ignorieren. Unsere Reaktion sollte Mitleid und tiefe Trauer sein. Keiner kann den Verlust eines geliebten Menschen einfach durch die Souveränität Gottes wegwischen. Es ist ein tiefer Schmerz, der Heilung braucht und das kann lange dauern.

Wir wissen nicht, ob wir Geschwister im Herrn verloren haben, oder ob Geschwister im Herrn dort geliebte Menschen verloren haben. Alles was wir wissen ist, das 150 Menschen ihr Leben verloren haben. Wir sollten die Verwandten und Freunde in unsere Gebete einschließen, denn letztendlich kann nur Gott echten Trost spenden. Wir sollten beten, dass die Kirche dazu in der Lage ist die Trauer aufzufangen. Wir sollten beten, dass sie wahren Trost durch das Evangelium spendet.

Diese Tragödie sollte uns auch daran erinnern, wie unser Auftrag lautet: Als Kirche Jesu Christi das Evangelium zu predigen. Wir müssen die Wahrheit der Schrift zu den Menschen bringen. Es gibt keine andere Lösung für das Problem, es sei denn Menschen erkennen ihre Sündhaftigkeit und finden Erlösung in unserem Herrn Jesus Christus.

Mein Gebet ist, dass sich viele Kirchen durch diese Tragödie wieder dem wahren Trost zuwenden. Mögen sie die billigen psychologisierenden Predigten zur Seite legen und das Evangelium der erlösenden Gnade Gottes predigen.

Letztlich sollte uns dieser Flugzeugabsturz ins Gebet treiben und dazu bringen, dass wir mit Mose und den Erlösten aller Zeiten beten: „Lehre uns unsere Tage richtig zählen, damit wir ein weises Herz erlangen!“ (Psalm 90,12). Unser Leben kann morgen vorbei sein, doch wir sollten das Verlangen haben, unsere letzten Stunden in Weisheit, zur Ehre Gottes zu leben.

Die Schönheit der Einfachheit

Ich bin ein Sympathisant des Minimalismus. Minimalismus ist ein Lebensstil, der ein einfacheres Leben propagiert und der in den letzten Jahren immer beliebter geworden ist. Anhänger dieser Überzeugung versuchen nur das zu besitzen, was sie wirklich brauchen. Es soll Minimalisten geben, die nicht mehr als 100 Gegenstände besitzen (inklusive all ihrer Kleidungsstücke).

Wir finden diesen Trend auch in anderen Bereichen. Die Architektur wird immer einfacher und ist durch gerade Linien gekennzeichnet. Design und vor allem Grafik-Design scheint sich auf einfache Elemente zu besinnen. Weiß wird wieder populärer. Webseiten werden vereinfacht. Man setzt auf weniger Inhalt und mehr freie Fläche. Ich lebe in Berlin. Als echter Hipster geht man in ein unabhängiges Cafe, in dem man nur vier verschieden Kaffees bestellen kann. Die Liste könnte man weiter führen.

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Wer ist dieser Gott?

Wir leben in einer pluralistischen Welt, in der jeder denken, fühlen und glauben darf, was er will. Das ist auch gut so. Ich bin ein großer Freund der Religionsfreiheit und kann niemanden zwingen etwas bestimmtes zu glauben.

Doch als reformierte Christen stehen wir oft ziemlich allein da. Wir scheinen die Verrückten zu sein, die ihren Glauben ganz genau festlegen wollen. Wir sind diejenigen, die Bekenntnisse haben, studieren und lehren. Wir sind diejenigen, die behaupten, dass es wichtig ist an wen man glaubt und wie man an ihn glaubt.

Doch wer ist dieser Gott? Im Supermarkt der Weltreligionen gibt es so viele verschiedene Götter. Außerdem haben die meisten Religionen einfach mehr als einen Gott. Das ist doch viel einfacher. Was macht unseren Gott so besonders?

Alle Bekenntnisse, christlicher Kirchen, bekennen zwei Dinge über Gott. Zum einen bekennen wir, dass es nur einen wahren und lebendigen Gott gibt. Zum anderen Bekennen wir, dass in diesem einen Gott drei Personen sind; Vater, Sohn und Geist. Diese drei Personen sind eines Wesens und gleich in Macht und Herrlichkeit.

Es gibt nur einen wahren und lebendigen Gott

Schon sehr früh in der Bibel finden wir die Aussage, dass es Gott allein ist, der Angebetet werden soll. Das erste Gebot zum Beispiel macht klar, dass Gott niemanden neben sich duldet, vor allem, weil es keinen anderen Gott gibt. In 5.Mose 6,4 lesen wir „Der Herr ist unser Gott der Herr allein.“ Das war das Bekenntnis Israels. Mit diesen Worten haben sie sich zu dem einen wahren Gott bekannt.

In Jeremia 10,10 macht Gott deutlich, dass er allein, der lebendige und wahre Gott ist. Er ist derjenige, der schon immer existiert hat und er ist derjenige, der über alles regiert. Paulus in 1.Korinther 8 macht deutlich, dass Götzen nicht existieren, weil es nur den einen wahren Gott gibt.

Obwohl wir im Neuen Testament immer wieder von drei Personen lesen, sehen wir doch nur einen Gott. Es ist ein Gott der handelt. Es ist der einzig wahre und lebendige Gott.

Es sind drei Personen in dem einen Gott

Im Missionsbefehl (Mt 28) offenbart Jesus seiner Kirche den Namen Gottes. Er sagt ihnen, dass sie in dem einen Namen Gottes taufen sollen. Er benutzt bewusst die Singularform. Doch der Name Gottes ist: „der Vater, der Sohn, der Heilige Geist“

Haben wir jetzt auf einmal drei Götter? Oder zeigt sich dieser eine Gott in drei verschiedenen Gestalten? Weder noch. Es ist immer noch der eine wahre und lebendige Gott. Wenn Paulus in 1.Korinther 12,4-6 über die Geistesgaben spricht, dann zeigt er, dass es der Vater, der Sohn und der Geist sind, die alle diese Gaben geben und wirken.

Wir sehen im Neuen Testament drei Personen, aber einen Gott. Die Apostel haben ganz deutlich immer wieder auf dein einen Gott hingewiesen. Im gleichen Moment zeigen sie uns auch die dei Personen, die in dem einen Gott sind.

Alle drei Personen sind der eine Gott. Es wird nie eine Unterscheidung gemacht. Und alle drei Personen haben die gleiche Macht und die gleiche Herrlichkeit. Keiner der Personen ist mehr Gott als die anderen. Keine der drei Personen ist mächtiger als die andere. Sie sind gleich.

Wir müssen am Ende bekennen, dass wir an den einen wahren Gott glauben; Drei Personen in Einem.

Das Wort Gottes – unsere höchste Autorität

Als reformierte Christen, legen wir viel Wert auf unsere Bekenntnisse. Wir sind davon überzeugt, dass sie die Lehren der Bibel zusammenfassen. Wir halten an unseren Bekenntnissen fest, weil sie am besten ausdrücken, was wir von Gott und seinem Handeln glauben. Doch gerade diese Bekenntnisse weisen uns immer wieder zurück auf die Schrift.

Wir ersetzen das Wort Gottes nicht durch die Bekenntnisse, oder stellen die Bekenntnisse auf dieselbe Stufe. Die Bekenntnisse lehren uns, dass wir in allem, immer wieder zum Wort Gottes zurück kommen müssen. Das Wort Gottes is die einzige Regel für Glauben und Gehorsam, um die Sprache der Bekenntnisse zu benutzen.

Die ganze Schrift ist unsere Regel

Der kleine Westminster Katechismus sagt, dass das Wort Gottes, welches aus den Schriften des Alten und Neuen Testaments besteht, die einzige Regel ist, die uns leitet. Damit bekennen wir, dass die gesamte Schrift, nicht nur Wort Gottes ist, sondern auch für uns wichtig ist. Wir brauchen Altes und Neues Testament.

Als Christen können wir schnell in der Gefahr stehen,  uns hauptsächlich auf das Neue Testament zu konzentrieren. Schließlich finden wir hier Christus offenbart. Hier lesen wir von seinem stellvertretenden Tod und seiner Auferstehung. Es kann auch schnell geschehen, dass wir eine Faszination für das Alte Testament entwickeln, die uns in eine falsche Richtung lenkt. Schnell beschäftigen wir uns mit verschiedenen Prophetien und wie sie genau in Erfüllung gegangen sind.

Doch, wir können weder das Alte, noch das Neue Testament bevorzugen. Wir brauchen beides. In der gesamten Schrift, dem Alten und Neuen Testament, lesen wir, was wir über Gott glauben sollen und was er von uns fordert (Kleiner Katechismus Frage 3).

Nur durch das Wort Gottes kann man errettet werden

In 2.Timotheus 3,15 lesen wir, dass das Wort Gottes die Kraft hat einen Menschen weise zu machen zur Errettung. Wir halten an dem Wort Gottes fest, weil es das Mittel ist, dass Gott erwählt hat, um Menschen zu erretten. Natürlich ist es Gott möglich Menschen auf andere Weise zu erretten, aber er hat sein offenbartes, aufgeschriebenes Wort ausgewählt.

In Römer 10,17 sagt uns Paulus, dass der Glaube aus der Predigt des Wortes kommt. Wenn wir als Gemeinden sehen wollen, wie Menschen umkehren und Buße tun, dann müssen wir an dem Wort Gottes festhalten und es predigen.

Wir brauchen den Heiligen Geist

Obwohl der Glaube aus der Predigt des Wortes kommt, bekennen wir auch, dass wir das Wort Gottes nur richtig verstehen könne, wenn uns der Geist Gottes die Erkenntnis schenkt. Im Westminster Bekenntnis (1.5) werden uns verschieden Gründe genannt, die uns überzeugen könnten. Doch wir bekennen in demselben Absatz, dass alle diese Gründe nur helfen, wenn uns der Heilige Geist erleuchtet.

Wir brauchen das Wort Gottes. Nicht nur als Richtschnur für unser Leben, sondern auch als Mittel zur Errettung. Gottes Wort hat die Kraft einen Menschen weise zu machen zur Errettung. Deshalb müssen wir an dem Wort festhalten und es in unseren Gemeinden predigen und beten, dass Gott seinen Geist schickt, damit die Wahrheiten des Wortes erkannt werden.